Vom Wunschkind zum Lieblingsmenschlein (1)

Die Schwangerschaft – oder eine Wechseldusche der Emotionen

Ich hatte schon immer den Wunsch nach einem Kind, nur nicht den richtigen Partner. Ich wollte mit 27 mein erstes Kind haben… Das hat dann schon einmal nicht geklappt. Nach einer sehr langen und 2-3 kurzen Beziehungen, habe ich endlich DEN Mann gefunden. Wir waren uns schnell einig, wir wollen eine Familie gründen. Und nein, ich bin kein Mensch der Torschlusspanik hatte und deshalb nicht warten konnte – es passte einfach wie Popo auf Eimer.

Die Pille wurde abgesetzt… Und da man ja nun nicht so lange warten möchte, zieht man alle nötigen Register und kontrolliert seinen Zyklus. Es vergingen die Monate die ich mit Ovulationstests und negativen Schwangerschaftstests verbrachte…. Mal im Ernst und unter uns, das ist ja eine Prima Erfindung, aber sie zerstört jegliche Romantik und Natürlichkeit einer Beziehung. Und sie zerstört das Urvertrauen in den eigenen Körper. Im Endeffekt hatten mein Freund und ich, nur noch Sex während der fruchtbaren Tage. Und soll ich euch etwas verraten – es hat nichts gebracht. Im Gegenteil, es hat alles verkrampft und blockiert. Nach 8 Monaten hatte ich die Schnute gestrichen voll und habe die Tests aus unserer Wohnung verbannt.

Mein Freund und ich haben einen wunderschönen Valentinstag verbracht… Haben nicht auf den Kalender geschaut, wann ich wie fruchtbar bin und haben alles fallen gelassen – inklusive der Hüllen….
2 Wochen später (an meinem Geburtstag ♡) hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Ich war so glücklich und sooooo ängstlich. In meinem Leben lagen diese beiden Gefühle nie so nahe bei einander… Ich hatte bei jedem zwicken und ziepen Angst mein Babylein zu verlieren. Mein Freund/Mann (wir haben im Mai geheiratet) war sehr entspannt. Ich wurde es nicht. Wir waren oft im Krankenhaus, da ich mir immer sorgen gemacht habe, dass irgendetwas nicht stimmt. Mal abgesehen davon, dass Mütter dir über ihre Schwangerschaften nur die Hälfte erzählen, wie dass sie mit Übelkeit zu kämpfen haben und der Kreislauf nicht so stabil ist und dass man sehr müde ist. Nein auch Bücher erzählen nur die Hälfte… Ich hatte sich dehnende Mutterbänder (auaaaa), Ischias, der Bauch ist schwer, die Beine werden taub, man weiß nicht wie man liegen, sitzen, stehen oder laufen soll. Energie? Wo war sie, die Energie in der Schwangerschaft….??
Hunger und ach ja, da war noch etwas: ich war nicht mehr ich.
Ich habe nur geheult. Ohne Grund. Beim Essen, beim Autofahren… IMMER…. Ich war ein emotionales Wrack, dass Angst hatte bis zur letzten Minute, ihr Kind zu verlieren. Aber ich war auch der glücklichste Mensch, wenn ich die Tritte meines Kindes (die zu einer Rippenprellung führten – kleiner Wildfang eben) spürte, wenn ich seine Bewegungen auf dem Ultraschall gesehen habe, wenn ich ihm vorsang und er Schluckauf im Bauch hatte.

Ja, so eine Schwangerschaft ist kein Zuckerschlecken, aber sie ist ein unfassbar, einzigartiges Erlebnis, dass ich unbedingt noch einmal erleben möchte, weil es so schön war.

Das schönste war, als mein Mann, das erste mal die Bewegungen unseres Sohnes gespürt hat. Er schaute mich voller stolz und mit Tränen in den Augen an – das ist pure Liebe!

……Nach 38. Wochen – die Geburt steht an……… Morgen kommt Teil 2

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