Der Nebel

Meine Lieben,

ich möchte mit meinem Lieblingszitat anfangen

Im Nebel 

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, Im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

November 1905

c) Herrmann Hesse

Wie oft habe ich dieses Gedicht gelesen, zerlegt, verstanden, nicht verstanden, interpretiert.

Hauptaussage: Schlussendlich ist jeder alleine.

Gerade wenn man zu Depressionen neigt, saugt man solche Gedichte ein, man macht sie zu seinem eigenen, findet sich in jedem Wort wieder.  Ich wabere gerade wieder in meinem Nebel rum, mal ist er dichter, mal lichtet er sich. Ich könnte schneller laufen und einen Ausweg finden, aber ich dreh mich meist im Kreis, obwohl ich wahrscheinlich doch recht einfach rausgehen könnte, auf eine Lichtung, mit kleinen warmen Sonnenstrahlen. Nur manchmal fühlt man sich im Nebel wohl, dort ist man meist für sich allein, nichts und niemand dringt zu einem durch. Gerade wühle ich in meiner Tasche um eine Landkarte zu finden, raus aus dem Nebel, in die Sonne, nur im Moment ist die Karte nicht greifbar. Zuviel kleiner Ballast in der Tasche.

Vielleicht lege ich mir das nächste mal die Karte etwas höher in die Tasche, so dass sie greifbarer ist. Oder ich nehme mir ein schönes Buch mit, lese dann etwas im Nebel und harre aus, bis er sich lichtet.

Ich freue mich auf die Zeit in der Sonne, wo die kleinen Strahlen auf meiner Haut kitzeln, ich die Augen schließe und diese warme Gefühl genießen kann. Vielleicht kann ich mir dann auch einen Kaffee holen und dann einfach mal nur ruhig atmen. Ganz vielleicht.

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